Reichspogromnacht 1938 in Gelsenkirchen

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 organisierten die Nationalsozialisten ein Pogrom gegen die noch in Deutschland lebenden jüdischen Menschen, das zynisch "Reichskristallnacht" genannt wurde. Bei dem antijüdischen Pogrom wurden in ganz Deutschland die Synagogen in Brand gesteckt und noch bestehende Geschäfte zerstört. Auch in Gelsenkirchen brannten die Synagogen.

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In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 organisierten die Nationalsozialisten ein Pogrom gegen die noch in Deutschland lebenden jüdischen Menschen, das zynisch ‘Reichskristallnacht‘ genannt wurde. Bei dem antijüdischen Pogrom wurden in ganz Deutschland die Synagogen in Brand gesteckt und noch bestehende Geschäfte zerstört. Auch in Gelsenkirchen brannten die Synagogen in Gelsenkirchen und Buer, der Bueraner Friedhof wurde verwüstet. Zahlreiche Geschäfte an den Einkaufsstraßen der Stadt wurden zerstört. Menschen wurden misshandelt. Ihr Hab und Gut vernichtet und gestohlen. Diese Verbrechen in der Nacht des 9./10. November, die sich nun zum 63. Male jähren, waren ein neuer Höhepunkt des Antisemitismus in Deutschland und des staatlich legitimierten Terrors gegen die Juden. Vorhergegangen waren Boykotte, tagtägliche Diskriminierung und die Nürnberger Rassegesetzen. Die rassistische Politik endete mit der Ermordung von etwa 6 Millionen Juden in Europa. Auch der überwiegende Teil der in Gelsenkirchen oft schon sehr lange ansässigen jüdischen Bürgerinnen und Bürger konnte sich nicht vor den Nationalsozialisten und ihren zahlreichen Helfern retten. Mehr als die Hälfte der 1933 in Gelsenkirchen lebenden jüdischen Menschen - Männer, Frauen, Kinder - wurde während des ‘Dritten Reiches’ ermordet. Diskriminierung, Misshandlung und schließlich die Deportation aus Gelsenkirchen fanden in aller Öffentlichkeit und für zahlreiche Gelsenkirchener sichtbar statt. Etliche profitierten von der Entrechtung der Juden in Deutschland, zum Beispiel durch die Übernahme ihrer Geschäfte. An ihrer Ermordung waren viele Deutsche beteiligt, noch mehr wussten oder ahnten zumindest, was geschah.

Historische Wandlung einer Stadt
Spuren des Nationalsozialismus

Historische Spuren aus der Zeit des Nationalsozialismus gibt es in Gelsenkirchen nicht mehr viele. Historische Stätten, die an den Nationalsozialismus erinnern, sind oft als solche nicht direkt auf den ersten Blick zu erkennen oder es bereitet Mühe, sie zu finden.
Die starke Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg, die Beseitigung von Spuren durch die Nationalsozialisten selbst und insbesondere auch die jahrzentelange Verdrängung nach 1945 sind Gründe dafür.

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Historische Spuren aus der Zeit des Nationalsozialismus gibt es in Gelsenkirchen nicht mehr viele. Historische Stätten, die an den Nationalsozialismus erinnern, sind oft als solche nicht direkt auf den ersten Blick zu erkennen oder es bereitet Mühe, sie zu finden.
Die starke Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg, die Beseitigung von Spuren durch die Nationalsozialisten selbst und insbesondere auch die jahrzentelange Verdrängung nach 1945 sind Gründe dafür. Lang ist es her. Viele der heute lebenden Generationen haben -glücklicherweise- diese schlimme, menschenverachtende Zeit nicht miterlebt, keinen Krieg, keine Massenmorde. Erzählungen der Großeltern sind Geschichten vergangener Zeit und sehr weit weg. Der Verlust persönlicher Beziehungen zum Nationalsozialismus birgt aber auch die Gefahr des informationsverlustes. Der gewonnene Abstand lässt die heutige Gesellschaft aber auch viel kritischer Hinterfragen und der Blick ist ein ganz anderer. Der revisionistische Blick auf das ‘Dritte Reich’ ist so viel vorbehaltsloser, offener und auch schonungsloser gegenüber Tätern, Mitwissern und Mitläufern.